kreativ im februar 2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zusammen mit beate hien begleite ich diesen monat unser zweites gemeinsames kreatives online-projekt (über whatsapp und threema). meine gestaltungen zu den impulsen zeige ich hier - diesmal habe ich mit meiner geliebten "zweibilder"-technik gearbeitet. ergänzend zu dem bildnerischen gibt es hier gedankensplitter in textform...

magst du die stille? welche farbe hat sie für dich?

Wir können die Farben der Stille sammeln. Jede:r hat seine/ihre eigene Farbe. So viele Menschen es gibt, so viele Farben ihrer Stille gibt es. Wir können ein Bild entstehen lassen, das wir mit Stille verbinden und daraus eine Farbe extrahieren. Wir können aber auch in das Spüren der Stille hineingehen und schauen, welches Gefühl sich zeigt und welche Farbe wir damit verbinden. Das muss nicht zwangsläufig übereinstimmen. Und alles davon ist nur eine Momentaufnahme. Im Winter wird vielleicht etwas anderes auftauchen wie im Sommer und morgens wird es anders als am Abend sein. Heute brauche ich die Stille unbedingt und am nächsten Tag kann ich sie kaum ertragen. Das eigene Bedürfnis zu erkunden, was brauche ich heute, was brauche ich jetzt in diesem Moment, ist die eigentliche Herausforderung. Wie groß ist mein Bedürfnis nach Stille in diesem Moment? Das wahrzunehmen und das eigene Bedürfnis zu würdigen, auch wenn die äußeren Bedingungen es nicht zulassen, dass das Bedürfnis befriedigt wird, bringt einen in Kontakt mit sich selbst und ist ein Stück Selbstfürsorge.

Dann kann es helfen, sich an das Bild zu erinnern und dem eigenen Bedürfnis im Inneren einen Raum zu schaffen. 

An dieser wand fehlt ein bild!

wir schmücken unsere wände mit bildern - format, stil und farbigkeit der einrichtung angepasst . das ist eine möglichkeit. oder man sammelt bilder, die einem begegnen und die einen auf irgendeine weise berühren. dabei kommt natürlich auch der eigene stil und geschmack zum tragen, was dann auch wieder zur einrichtung passt :-)

doch wie auch immer die auswahl getroffen wird, niemand hängt sich ein bild auf, dass ungute gefühle in ihr:m auslöst! wir sind darauf bedacht, uns mit wohltuenden bildern zu umgeben - ob das millionen-dollar-werk oder ein billiges zeitschriften-poster. manchmal ist es gar nicht in worte zu fassen, was die wohltuende wirkung ausmacht, aber sie ist da.

die macht der bilder...!

was verbindest du mit leichtigkeit?

...eindeutig humor!

humor hilft mir auch in belastenden situationen nicht zu verzweifeln, weil er den fokus für einen augenblick vom problem weglenkt. das verengte blickfeld erweitert sich und eine neue perspektive entsteht. das heißt nicht, dass probleme weggelacht werden, sondern ich mir für den moment die erlaubnis erteile, einen anderen fokus zu setzen. das finde ich sehr befreiend und erleichternd! wenn dann mein humor noch resonanz bekommt von einem menschen, der /die über das gleiche lachen kann, kommt noch der tröstende aspekt dazu. 

über die gleichen dinge lachen zu können, ist für mich tatsächlich eine voraussetzung für eine gute partnerschaft und freundschaft. 

humor in meiner künstlerischen arbeit? zwingend notwendig!

humor in der (kunst-)therapie? lachen erlaubt!

 

der nahe frühling verschleiert den ganzen tag die schlucht mit regen (tôyô)

der frühling steht für erwachen, aufbruch und neubeginn - und zwar mit 100-prozentiger garantie! auch wenn wir es uns im tiefsten winter manchmal nicht recht vorstellen können, der frühling kommt mit beständiger sicherheit jedes jahr wieder! darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen. mit ihm spriesst und wächst die pflanzenwelt, die tierwelt erwacht wieder. ein oft bemühtes bild - dennoch nutzt es sich nicht ab. weil es echt ist, mit allen sinnen erfahrbar.

die natur kann nicht nur in ihrer vorbildfunktion eine große ressource sein, auch in ihrer unmittelbaren erfahrbarkeit ist sie von größtem wert für unser wohlbefinden.

jeder tag ist ein geschenk - manchmal ist er nur miserabel verpackt

Das Bild der Verpackung steht in diesem Zusammenhang für all das, was uns an negativem begegnet, was uns den Tag vermiest und wir den äußeren Umständen zuschreiben.

"Dabei könnte der Tag doch so schön sein ... genieße den Tag!...jeder Tag ist ein Geschenk!" - alles Aufforderungen, die uns auf das Leben im Hier und Jetzt aufmerksam machen wollen.

Dazu ist es notwendig, zuerst einmal die Verpackung zu entfernen. Damit ist gemeint, genau hinzuschauen und herauszufinden, was uns denn davon abhält, den Tag zu genießen. Sind es Umstände, die ich beeinflussen kann? Was davon ist wirklich hinderlich und an welcher Stelle  bremse ich mich selbst aus? Gibt es vielleicht irgendetwas an der miserablen Verpackung, um das ich mich gar nicht kümmern muss, was direkt im Altpapier  landen kann? Dann hinein damit!

Es gibt aber auch Tage, die wunderschön verpackt daher kommen...die Sonne scheint, überall fröhliche Gesichter, eigentlich ist alles in Ordnung! Und trotzdem oder gerade deswegen gelingt es nicht, lebendig und tatkräftig in den Tag zu starten. Menschen, mit depressiver Symptomatik erleben das oft so. Um im Bild zu bleiben: dann braucht es jemanden, der beim Geschenk auspacken behilflich ist! 

Und manchmal entpuppt sich ein miserabel verpackter Tag am Abend doch noch als wunderbares Geschenk - gab es nicht doch vielleicht einen Winzigkeit, für die ich dankbar sein kann?

symbol herz

das trifft mich mitten ins herz...von ganzem herzen...herzschmerz...hör auf dein herz............

das herz steht in erster linie als symbol für liebe und zuneigung, aber auch für andere tief empfundene emotionen.

was unterscheidet unser herzgefühl von unserem bauchgefühl? ich denke, wenn wir unser herz mit ins spiel bringen, ist immer ein gegenüber involviert. dann geht es darum, mit welcher haltung wir dem gegenüber begegnen und/oder wie wir denken, dass uns das gegenüber sieht. es geht um irgendeine form von beziehung! ist sie von wohlwollen geprägt, von zuneigung oder liebe? von achtung und respekt? gibt es verletzung, misstrauen oder ignoranz?

dieses kleine fenster hier ist vieeeeel zu klein, um dem thema gerecht zu werden... einen kleinen denkanstoß habe ich aber noch: das gegenüber kannst auch du selbst sein! wie sieht es aus mit deiner selbstliebe und deinem wohlwollen dir selbst gegenüber?   

gestalte ein bild in schwarz-weiß

heute bin ich mal frech und halte mich nicht an die vorgabe!

darf ich das? ist das erlaubt?

selbst oder gerade im kreativen bereich stecken menschen oftmals noch in einer alten „schüler“-rolle fest. dabei sollte es doch gerade hier möglich sein, das eigene tun ohne grenzen in völliger freiheit zu erkunden. das kann ein langer prozess sein, bis man sich überhaupt traut, nur daran zu denken, dass es eine wahlfreiheit geben könnte.

in der kunsttherapie spricht man deshalb meist auch nicht von aufgabe sondern von „einladung“ zu etwas, um diesen prozess der selbstbestimmten handlungsweise zu fördern. 

bei menschen mit schwerer depressiver symptomatik kann es anfangs jedoch sogar notwendig sein, eine sehr konkrete aufgabe zu stellen, weil überhaupt kein eigener handlungsimpuls mehr vorhanden ist.

und für andere wiederum kann es eine große chance sein, dem eigenen starken impuls einmal nicht nachzugeben, sondern sich bewusst auf etwas einzulassen, was im ersten moment nicht attraktiv erscheint. 

feuer, wasser, erde, luft - zu welchem element fühlst du dich besonders hingezogen?

wasser und feuer. das plätschern eines kleinen bächleins an meinem lieblingsplatz in der sonne, das wellenrauschen am meer mit dem blick zum endlosen horizont. beides spricht meine ohren und augen an. die wärmende frühlingssonne auf meinem gesicht, ein knisterndes feuer im holzofen. dabei die wärme auf der haut zu spüren, ist eine zusätzliche sinneserfahrung.

allein die vorstellung dieser erlebnisse in meiner fantasie, löst ein wohliges gefühl in mir aus.

dies kann man sich in sogenannten imaginations-übungen zunutze machen, um ein körperliches gefühl der entspannung im hier und jetzt herbeizuführen. 

wofür brennst du?

ich brenne für künstlerisches arbeiten. meine ideen kommen mir meistens blitzartig, aus heiterem himmel in mein köpfchen, oft gleich schon sehr detailliert. wenn es dazu kommt, dass ich die idee umsetze (viele stauben in meinem ideenlager auch mit der zeit ein), wird dann im laufe des entstehungsprozesses modifiziert und angepasst - solange bis es für mich stimmig ist. dann erfüllt mich eine tiefe zufriedenheit! bis es aber soweit ist, plagen mich zweifel, schwanke ich zwischen größter innerlicher euphorie und der gewissheit, dass alles nur schund ist! dieser prozess gleicht tatsächlich einem feuer, das mal leise vor sich hin glüht, mal hoch auflodert und auch mal so stark raucht, dass der blick getrübt ist und das atmen schwer wird. aber die wärme, die es verlässlich ausstrahlt, lässt mich jedes mal von neuem beginnen.

man könnte es auch ressource nennen ;-)

schwarz und/oder weiß - genuß oder verzicht?

in der schwarz-weiß-fotografie wird bewußt auf farbe verzichtet. hier wird mit einer mehr oder weniger starken grauabstufung gearbeitet. dabei kommt es zu einer intensiveren auseinandersetzung mit strukturen und formen im bild. s/w-fotografien wird auch eine besondere ästhetik zugesprochen. 

bei der sprichwörtlichen "schwarz-weiß-malerei" wird so stark polarisiert, dass es scheinbar nur zwei sichtweisen auf etwas gibt. das macht es uns unter umständen manchmal einfacher und bequemer, mit problematischen situationen umzugehen.

nichts in unserem leben ist aber tatsächlich nur schwarz oder nur weiß, nur schlecht oder nur gut! es lohnt sich, genauer hinzuschauen und auch die grautöne zu entdecken. niemand und nichts hat es verdient in eine schublade gesteckt zu werden. das ist zwar mühsamer, macht unser erleben aber auch reicher und lebendiger.

selbstgemachtes glück

haben wir unser glück selbst in der hand?

das setzt zumindest eigene handlungsfähigkeit und selbstwirksamkeit voraus. das sind aber genau die ressourcen, die bei menschen mit depressiver symptomatik gerade nicht verfügbar sind. dann hört sich "du bist deines eigenen glückes schmied!" direkt zynisch an. 

ausserdem gibt es äußere umstände, die wir tatsächlich nicht ändern können - wie gerade die corona-pandemie. das kann selbst stabile menschen in ein ohnmachtsgefühl versetzen und sehr beängstigend sein. der gut gemeinte rat, sich nicht über dinge zu ärgern, die man nicht ändern kann, ist dann nicht unbedingt hilfreich. auch der ärger und die angst haben ihre berechtigung und dürfen sich zeigen.

glück ist individuell! was ist mein glück? was brauche ich in diesem einen augenblick gerade jetzt? vielleicht wärme oder abkühlung? ruhe oder trubel? die eigenen bedürfnisse im ganz kleinen überhaupt wahr zu nehmen, da wo es uns relativ einfach möglich ist, sie zu befriedigen, bringt uns unserem glück einen ersten kleinen schritt näher.

"eine reise mit 1000 meilen beginnt mit dem ersten schritt!"(luise reddemann)

 

gestalte ein bild aus oder mit wörtern

die kunsttherapie hat mit anderen kreativen therapieformen (musik-, tanztherapie) gemein, dass sie auch ohne worte einen heilungsprozess in gang bringen kann.

braucht es dann überhaupt eine:n therapeutin:en? ist es ohne therapeut:in noch therapie? ist kunst immer auch therapie? was ist kunst? was ist therapie? was ist krank? was ist heilung?

 

hast du schon mal einen selbstgemachten strudelteig über deinen händen ausgezogen?